📅 23.10.2026
10, 30 oder sogar 50 Prozent Anzahlung: Beim Kauf einer Einbauküche verlangen viele Küchenstudios bereits vor der Lieferung einen Teil des Kaufpreises. Doch wie viel Vorauszahlung ist rechtlich zulässig? Gibt es eine gesetzliche Höchstgrenze? Und was passiert mit dem Geld, wenn das Küchenstudio nicht liefert oder insolvent wird? Wir erklären, worauf Käufer achten sollten.
Die neue Einbauküche ist montiert, doch Staub, Verpackungsreste und Verschmutzungen bleiben zurück. Muss das Küchenstudio alles reinigen? Das Amtsgericht Schwerte beschäftigte sich mit der Frage, ob Schmutz in der Küche einen Sachmangel darstellt. Wir erklären die rechtlichen Unterschiede zwischen einer mangelhaften Küche und einer möglicherweise verletzten Reinigungspflicht.
Eine Dunstabzugshaube war zwischen zwei Küchenfenstern nicht mittig montiert. Das OLG München erkannte darin einen Sachmangel. Trotzdem scheiterten die Käufer mit ihrem Wunsch, den gesamten Küchenkauf rückgängig zu machen. Warum eine Korrektur um elf Millimeter ausreichte und welche Rolle die Reparaturkosten spielten.
Eine individuell geplante Einbauküche kann rechtlich ein Bauvertrag sein. Das entschied das OLG Zweibrücken in einem Streit um eine hochwertige Küche. Besonders brisant: Ein Küchenstudio wollte einen Preisnachlass von mehr als 15.000 Euro davon abhängig machen, dass die Kunden bereits bei Lieferung vollständig zahlen. Das Gericht hielt die Klausel für unwirksam.
Eine individuell geplante Einbauküche wurde mangelhaft eingebaut. Trotzdem verlangte das Küchenunternehmen die vollständige Zahlung, bevor es die Mängel beseitigen wollte. Der Bundesgerichtshof stellte sich auf die Seite der Käufer: Eine solche Vorauszahlungsklausel in Allgemeinen Geschäftsbedingungen ist unwirksam. Zugleich erläuterte das Gericht, wann ein Küchenvertrag eher als Werkvertrag einzuordnen sein kann.
Nur einen Tag nach dem Kauf wollte eine Kundin ihre bestellte Einbauküche wieder stornieren. Das Küchenstudio verlangte daraufhin 25 Prozent des Kaufpreises als Schadensersatz. Das Amtsgericht Dortmund gab dem Händler recht. Warum selbst eine schnelle Stornierung teuer werden kann und welche Voraussetzungen für solche Vertragsklauseln gelten.
Eine Kundin bestellt auf einer Möbelmesse eine individuell geplante Einbauküche und möchte den Vertrag kurz darauf widerrufen. Die Produktion hat noch nicht begonnen. Trotzdem kann das Widerrufsrecht ausgeschlossen sein, entschied der Europäische Gerichtshof. Das Urteil betrifft eine zentrale Frage für Küchenkäufer: Wann ist eine Einbauküche tatsächlich eine Sonderanfertigung, und wann bleibt ein Widerruf möglich?
Eine Käuferin unterschrieb nach der Küchenmontage ein Übergabeprotokoll, in dem die Arbeitsplatte als in Ordnung bezeichnet wurde. Später verlangte sie 3.800 Euro Schadensersatz wegen einer angeblich falsch gelieferten Arbeitsplatte. Der Bundesgerichtshof entschied, dass zunächst geklärt werden muss, ob der Küchenvertrag dem Kaufrecht oder dem Werkvertragsrecht unterliegt. Diese Unterscheidung kann für Käufer erhebliche Folgen haben.
Der neue Backofen funktioniert nicht, doch das Küchenstudio verweist auf den Kundendienst des Herstellers. Müssen Käufer diesen Weg akzeptieren? Entscheidend ist, wer Vertragspartner ist und ob ein gesetzlicher Gewährleistungsanspruch besteht.
